

Peter M. Binder ist Partner und Gründer von Binder Corporate Finance sowie Mitglied des Executive Committee und Head of Best Practice von M&A International Inc. Er schreibt die M&A-Kolumne für den BCF-Newsletter und lässt Sie auf diese Weise an seinen scharfen Beobachtungen des M&A-Marktes teilhaben.
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 M&A in der Krise
Während verschiedene Banken heute wieder positive Quartalsergebnisse ausweisen, sehen sich mittelständische Unternehmen mit stark rückläufigen Umsätzen konfrontiert. Sie sehen sich in der Folge davon veranlasst, Kurzarbeit einzuführen und Investitionen zurückzustellen. Wer jedoch Frühwarnindikatoren ignoriert oder zu spät beachtet, riskiert, in eine Unternehmenskrise zu geraten.
Sollte sich daraus eine M&A-Transaktion ergeben, wird diese die involvierten Parteien vor eine grosse Herausforderung stellen. Das Interesse an Unternehmen in der Krise wird zudem aufgrund der einzugehenden Risikopositionen eher gering sein und ein so genannter distressed M&A-Prozess ist fast nur mit professionellen Interessenten durchführbar. Über den Preis werden sodann Angebot und Nachfrage entscheiden. Nicht zuletzt wird der Eigentümer aufgrund seiner persönlichen Situation bereit sein, einen Preisabschlag in Kauf zu nehmen. Dies, wenn er nicht mehr die Kraft oder die Mittel aufbringen kann, das Unternehmen ohne fremde Hilfe zurück auf Kurs zu bringen. Wer jedoch rechtzeitig eine Unternehmensanalyse macht, wird verschiedene Handlungsoptionen prüfen können. Dazu kann eine Kapitalerhöhung oder der Verkauf einer nicht betriebsnotwendigen Liegenschaft gehören. Ziel sollte es auf jeden Fall sein, eine Distressed-M&A-Situation zu vermeiden. (gvr)
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Standort Zürich
Der Start ist geglückt. Seit dem 20. April 2009 sind wir in unserem Büro an der Tödistrasse 46 in Zürich vollständig eingerichtet und operativ tätig. Grosszügige Räumlichkeiten mit einer modernen Infrastruktur erlauben es uns, unsere Kunden unabhängig, kompetent und umfassend auch an einer der Toplagen in Zürich zu empfangen und zu beraten.
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Binder Corporate Finance ist in der Schweiz exklusiver Partner von M&A International Inc., einer weltweit führenden Allianz von unabhängigen M&A-Beratungsunternehmen. Binder Corporate Finance ist ein führendes Wirtschaftsberatungs- unternehmen in der Schweiz, spezialisiert auf Mergers & Acquisitions, Financial Services, Corporate Finance und Management Coaching. Seit 2001 hat es über 70 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 2,6 Mrd. CHF begleitet. Binder Corporate Finance bündelt internationale Erfahrungen, erprobtes Know-how und ausgewiesenes interdisziplinäres Fachwissen.
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M&A International Inc. ist ein auf Mergers & Acquisitions spezialisiertes, weltweit tätiges Netzwerk von unabhängigen M&A-Beratungsunternehmen. Der Allianz gehören 44 Mitgliederfirmen aus 39 Ländern an, mit insgesamt 600 M&A-Spezialisten. 2008 hat M&A International im Rahmen der Allianz 258 Transaktionen mit einem Gesamtwert von 17 Mrd. USD erfolgreich abgeschlossen.
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 M&A-Kolumne
Krise = Chance?
"Jede Krise birgt auch Chancen!" Ein schwacher Trost für jene Unternehmen, die heute starke Umsatzrückgänge verzeichnen und sich, um zu überleben, von langjährigen Mitarbeitenden trennen müssen. Zum Glück sind viele Schweizer Unternehmen bisher gut finanziert gewesen. Ihre Bankschulden haben oft nicht mehr als 1-mal EBITDA betragen. Wenn sich aber der EBITDA halbiert, ist der Faktor bereits 2 und die ursprünglich "leichte" Schuldenlast beginnt schwer zu wiegen. Dies wird den Eigentümer vor einen weiteren schwierigen Entscheid stellen. Denn selbst wenn sich die Banken kulant zeigen, werden sie über kurz oder lang eine Teilrückführung der Schulden verlangen. Eine Rückzahlung, die entweder nur durch Eigenkapitalerhöhungen machbar ist, bei welcher die Eigentümer allenfalls das Eigentum verlieren, oder nur durch die Teilveräusserung eines "lieb gewonnenen" Betriebsteils finanziert werden kann.
Die M&A-Beratung wird in diesem Spannungsfeld zu einer herausfordernden Tätigkeit. Einmal mehr gilt es, den Einzelfall genau zu verstehen und den richtigen Ton zwischen Verständnis und Entschiedenheit zu treffen. Damit wird die Krise nicht eigentlich zur Chance, sondern zur Bewährungsprobe aller Beteiligten. Selbst wer in diesem Umfeld ein Unternehmen "günstig" erwerben kann, wird neben einer Kapitaleinlage einen hohen Arbeitseinsatz leisten müssen. (pb)
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 Kommentar zu den gegenwärtig bezahlten Preisen für Unternehmungen
Die Zahl abgeschlossener Übernahmen ist im ersten Quartal 2009 weiter deutlich gesunken. Bei M&A-Transaktionen bis zu 500 Mio. USD wurde weltweit im Vergleich zum vierten Quartal 2008 ein Rückgang von rund 20% verzeichnet. Dabei war Europa besonders stark betroffen. Die Bewertungen hingegen haben sich stabilisiert.
Der EBITDA-Multiplikator landete Ende 2008 mit einem Faktor von 7 auf dem Tiefstpunkt und stieg im 1. Quartal 2009 auf 8 an. Das heisst, dass europäische Unternehmen zu einem Preis von 8-mal EBITDA erworben worden sind. Im Gegensatz zum PCPI, den wir bis anhin als Indikator heranzogen, berücksichtigt die nachstehende Grafik auch die Transaktionen börsennotierter Unternehmen. Insbesondere bei Übernahmeverhandlungen von nicht kotierten Unternehmen werden diese Multiplikatoren an Bedeutung gewinnen.

Während ein sinkender Multiplikator darauf hinweist, dass Käufer mit einer zunehmenden Unsicherheit und abnehmender Visibilität rechnen, könnte die Stabilisierung der Preisentwicklung bedeuten, dass wieder Vertrauen in die künftigen Wirtschafts- und Marktentwicklungen gefasst wird. Ob die angedeutete Erholung im ersten Quartal 2009 eine Trendwende einläutet, wird sich jedoch erst noch zeigen. Verschiedene Indikatoren deuten jedenfalls darauf hin, dass in den vergangenen Wochen die Visibilität über die Zukunft zugenommen hat. Der EBITDA-Multiplikator im 2. Quartal 2009 wird darauf weitere Schlüsse zulassen. (rt)
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 Private Banking und Vermögensverwalter in der Schweiz unter Druck
Unsicherheiten um das Bankgeheimnis sorgen für Unruhe und führen zu Abwanderung von Kundenvermögen. Dies belastet das operative Bankgeschäft. Zudem stellen die verschärften Eigenkapitalvorschriften für manche Banken eine schwere Last dar. Davon weniger betroffen sind das Private Banking und die Vermögensverwaltung. Im Vergleich zu anderen Bankbereichen kommen sie mit weniger Eigenkapital aus. Somit bleiben sie, trotz abnehmenden Kundengeldern, attraktive Geschäftsbereiche. Dies führt jedoch zu einer verschärften Konkurrenzsituation. Gleichzeitig sind die Renditen rückläufig, und so überlegen sich Finanzinstitute, mit Mitbewerbern zu kooperieren, oder visieren Zusammenschlüsse an.
In Anbetracht der bestehenden Risiken in der Finanzwelt stellt sich jedoch die Frage, ob M&A-Transaktionen überhaupt realisierbar sind. Aus unserer Sicht durchaus. Vorerst ist eine fundierte Abwägung von Kauf- oder Verkaufsmöglichkeiten sinnvoll. Wichtig ist, sich dabei schnell Klarheit über die kritischen Themen eines Geschäftsbereiches zu verschaffen, diese sukzessive einzuschränken und auf die "Transaktionsfähigkeit" zu testen. Eine externe Sicht kann in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag für eine objektive Einschätzung leisten. Denn gerade in schwierigen Situationen sehen wir die Unterstützung durch einen erfahrenen und unabhängigen Berater von zentraler Bedeutung. (vb)
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 8 Jahre MBO Vedia - Beispiel einer erfolgreichen Transaktion in Krisenzeiten
Das Umfeld von Vedia war im Jahr 2001 ähnlich, wie es sich heute für viele Unternehmen präsentiert. Branchenunternehmen hatten in der Hochkonjunktur bedeutende Investitionen getätigt und wurden vom ansetzenden Abschwung stark getroffen. Niemand wusste, wohin die Reise führen würde, und die Banken waren mit Kreditfinanzierungen sehr zurückhaltend.
In der Folge davon entschied sich der englische Konzern GUS, seine Tochtergesellschaft Vedia zu veräussern. Das Management der Vedia seinerseits glaubte an das anhaltende Kundenbedürfnis und an die Stärken des Unternehmens. Vor diesem Hintergrund schlug das Management der englischen Mutter vor, die Vedia zu übernehmen. Mit viel Überzeugungskraft und auf der Basis eines soliden Business- und Finanzplans gelang es, eine Bank für die Finanzierung zu gewinnen. Die Prognosen des Managements haben sich sodann mehr als bewahrheitet. Der Umsatz konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht werden, und wesentlich früher als geplant wurden die Bankkredite zurückgeführt. Heute erwirtschaftet die Vedia 20% mehr Umsatz als im Zeitpunkt der Übernahme. Wir danken dem Management, dass wir es von Beginn weg beraten und begleiten durften und somit heute über eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte aus einer schwierigen Zeit berichten dürfen. (rt)
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Weltweite Entwicklungen bei Transaktionen im M&A-Markt
Unsere branchenunabhängige und global vernetzte Allianz M&A International führt eine täglich aktualisierte interne Datenbank zu den laufenden und abgeschlossenen Transaktionen. Diese Datenbank ermöglicht es uns, Tendenzen am M&A-Mid-Market zu verfolgen und zu interpretieren. Im Jahr 2008 haben die Mitgliedfirmen gemäss definitiver Auswertung über 250 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 17 Mrd. USD abgeschlossen. Das Volumen laufender Mandate beträgt aktuell 13,5 Mrd. USD und ist somit auf einem ähnlichen Niveau wie im Januar, doch konnten seither knapp 40 Transaktionen im Umfang von über 5 Mrd. USD abgewickelt werden. Die nachfolgende Abbildung zeigt die Branchenanteile der im Jahr 2008 abgeschlossenen Transaktionen sowie der aktiven Mandate.

Die Konsumgüterbranche bleibt die aktivste Branche. Im Bereich der Dienstleistungen und der Informationstechnologie scheint sich die M&A-Aktivität hingegen abzukühlen. Dafür gewann der Industriegütersektor an Dynamik. Generell ist ein Rückgang der abgeschlossenen Transaktionen im Mid-Market zwar spürbar, doch können die Allianzmitglieder weiterhin eine ansprechende Anzahl an laufenden Mandaten verzeichnen. (jj)
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 Die M&A International Inc. Konferenz als Marktanalyse
An der diesjährigen Frühlingskonferenz von M&A International Inc. in Atlanta trafen sich an die 100 Vertreter der Allianzpartner aus über 35 Ländern. Im Rahmen des offiziellen Programms sowie in informellen Gesprächen tauschten sie ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschaftslage aus. Sie bestätigten, dass die M&A-Transaktionen auf der ganzen Welt abgenommen haben. Insbesondere Private Equity Deals erlitten einen massiven Einbruch. Statt neue Käufe zu tätigen, müssen Private-Equity-Häuser heute zum Teil zusätzliche Einschüsse leisten, um die Finanzcovenants neu verhandeln zu können. Mehr Aktivität zeichnet sich hingegen bei strategischen Käufern ab. Zwar seien die Preiserwartungen oft noch zu hoch, doch sind Käufer auf der Suche nach günstigen Gelegenheiten. Sobald die Finanzplanungen der Unternehmen wieder auf einer soliden Basis sind, dürfte es vermehrt zu Transaktionen kommen. So auch in den USA; denn die Amerikaner gehen davon aus, dass die Krise bald überwunden ist. Bis Ende dieses Jahres, da sind sich alle einig, soll global der Boden erreicht werden. Die M&A-Aktivitäten werden spätestens dann wieder zunehmen. (gvr)
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